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Сегодня случайно попала в Гернроде, оказалось, что церковь Св. Кириака открыта только до 17.00. И всё. Мы туда попали в 16.50. Тётечка на входе была неумолима- пришлось обежать рысцой, успела только полюбоваться "мордочками", как включили на всю мощь хорал, намекая, что всё-всё закрываем, приходите завтра.
Сколько лет празднуют объединение Германии, а совок в мозгах у осси, ничем не вытравишь! Н-да!

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Ровно два года назад. Обычно проводим ноябрьские пару недель в Португалии, в этом году, к сожалению, не сложилось.

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Schweres Gerät an der Abzucht

Entlang der Abzucht wird derzeit kräftig gearbeitet. Dabei geht es nicht nur um die Beseitigung der Flutschäden, die das Juli-Hochwasser im Flussbett hinterlassen hat. In der Abzuchtstraße wurde diese Woche mit einem großen Kran das Schachtbauwerk für die Pumpen angeliefert, die zukünftig Frischwasser aus dem Altstadtfluss in die Teiche an den Wallanlagen bringen sollen.
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Abzuchtstraße оказалась одной из самых пострадавших- когда выше по течению вода разошлась по тесным улочкам, то все бесчисленные потоки из старого города сошлись в один именно на этой улице. Люди продолжали спокойно спать в своих домах- ни одна сволочь из мэрии не побеспокоилась их оповестить. Один из случайных прохожив, увидев несущийся по улице поток, оповестил местных МЧС-ников и потом ходил от двери к двери и будил жителей.

Вот здесь на второй минуте как раз эта улица

https://www.youtube.com/watch?v=4UR9psjYeCo

Ещё несколько видео-

https://www.youtube.com/watch?v=jo138Nztotc

https://www.youtube.com/watch?v=mnuO1zpG9r0
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В ночь с 25 на 26 июля 2017 наш маленький ручеёк Госе превратился в бурную реку, в шесть утра завыли сирены- вода пошла в город.
https://www.youtube.com/watch?v=AcENY19X7s0
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Улица на картине называется Abzuchtstraße.

Die Abzuchtstraße verläuft südlich der Abzucht von der Königstraße ausgehend in einem Bogen bis zur Glockengießerstraße. Ihr Name ist in den Steuerlisten von 1570 bereits erwähnt und bezieht sich auf das gleichnamige Flüsschen. Die Abzucht entspringt im oberen Wintertal als Wintertalbach, auch einfach Winter genannt. Auf einer Höhe von 722 Metern fließt sie durch den Herzberger Teich, vereinigt sich vor Goslar mit der Gose und mündet nach 12,1 km in die Oker. Erst nach Verlassen des Herzberger Teiches trägt sie den Namen Abzucht.

Das Wasser der Abzucht konnte anders als das der Gose nicht als Trinkwasser genutzt werden. Es war durch den Bergbau im Rammelsberg stark belastet. Der bergmännische Begriff "abziehen" (ableiten, umleiten) beschreibt die Entsorgung des belasteten Hüttenwassers und verhalf ihr so zu diesem Namen.

An der Dombrücke über die Abzucht finden wir eine Bildtafel vom NABU, die den sogenannten Snail trail (deutsch: Schneckenpfad) von der Nordsee bis zum Harz beschreibt. Der Name Schneckenpfad wurde aber verworfen, da das Objekt auch im Ausland Beachtung finden sollte. Hier kann man lesen, dass an der Abzucht unter anderem der seltene Bierschnegel anzutreffen ist, eine Nacktschnecke, die früher oft in Bierkellern zu finden war. Schon im Altertum gelangte er aus dem Mittelmeerraum zu uns. Eine Sendung des NDR-Fernsehens dokumentierte verschiedenen Schneckenarten und beschrieb, wie sie in der Nacht, die im Fluss stehenden Freilichtkunstobjekte "Giraffe und Pendel" von Ulrich Schmied von Algenwuchs befreien.
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Сегодня наконец-то не забыла захватить с собой фотоаппарат и сфотографировать ту же самую улицу, что и на картине.
(без названия)

Вот фотография с того же места, где примерно находился художник.


Точно воспроизвести не удалось- очень яркое солнце, нашла хотя бы небольшую тень, чтобы что-то было видно.
Дом под черепичной крышей надстроили, сейчас тут врачебный праксис, на лавочке сидят пациенты, внутри ждать душновато.
Женщина с сумкой слева- перед магазином спортоваров, распродажа, будут закрывать. Вот тот же магазин сдругой стороны- видно, что здание очень старое:
Пройдём немного дальше: облупленное здание- бывшая турецкая ...э-э-э... чайная. Стоит пустая уже лет десять.
Дальше художественная галерея- можно зайти и посмотреть на крошечные комнаты, вдверных проёмах нужно нагибаться, они по высоте где-то чуть больше 1,60 см.
Ещё два здания, которые можно узнать на картине- прямо часть здания музея и ресторан, которому тоже больше 300 лет. И шиферное здание перед самым мостом- немного с другого ракурса. Года два назад с огромным трудом продано, сейчас немного подремонтировано, сдаётся как летняя квартира для туристов.

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Die Glockengießerstraße nimmt ihren Anfang an der Kornstraße und verläuft Richtung Innenstadt bis zur Wallstraße, ungefähr bis zur Höhe des Parkplatzes an der Domvorhalle. In ihrem langen Verlauf führen viele Seitenstraßen von ihr ab. Darunter die St. Annenhöhe, der Trollmönch und die Abzuchtstraße, um nur einige zu nennen.

Aus den Karten von Griep geht hervor, dass die Straße bereits seit dem 12. Jahrhundert bekannt ist. Glockengießer und Waffenschmiede hatten dort ihre Werkstätten. Sie durften ihr Handwerk nicht in der Innenstadt ausüben, da man insbesondere in diesem Bereich Geruchsbelästigung und Brandgefahr vermeiden wollte. Somit mussten sie für die Herstellung von Waffen und das Gießen von Geschützen außerhalb der Innenstadt niederlassen.

Ein Spaziergang lohnt sich in dieser Straße besonders, da sie viel Sehenswertes bietet. So sticht die hohe einstige Stadtbefestigung ins Auge, die am Judenfriedhof mit über 400 Jahre alten Grabsteinen vorbei bis hoch zur St. Annenhöhe geht. Der Friedhof ist schon seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Hinter dem Friedhof kommt man am sogenannten „Wasserloch“ vorbei, wo ein Schild darauf hinweist, dass hier seit dem 15. Jahrhundert ein Durchfluss der Abzucht durch die Wallanlagen der Stadt ist.

Einige Meter weiter kann man noch den Kegelworthturm ein Stück nach oben aus der Mauer ragen sehen. Er ist heute nicht mehr in voller Höhe vorhanden und wird als Wohnung genutzt. Alle Bewohner im linksseitigen unteren Bereich müssen zum Erreichen Ihrer Grundstücke die alte Stadtmauer durch verschiedenste Tore und Türen passieren.

Das hier ebenfalls befindliche Sankt Annenhaus war eines von zehn bürgerlichen Hospitälern, welches 1488 von der Familie Bornhusen zur Unterbringung von alleinstehenden alten Menschen gestiftet worden war. Weshalb hier allerdings nur Frauen untergebracht wurden, lässt sich nicht mehr ergründen. In dem Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert befinden sich noch Reste einer romanischen Kemenate von 1488. Die zum Hospital gehörende Kapelle bzw. der darin befindliche Altar wird 1495 zum ersten Mal erwähnt. Für ein Hospital des Mittelalters war ein Altar nicht ungewöhnlich, da zu jener Zeit Krankenpflege vorrangig eher als Seelsorge verstanden wurde. Heute wird die Kapelle von der Gemeinde St. Stephani betreut. Als städtisches Gebäude ist das Haus den Besuchern und Einwohnern zur Besichtigung geöffnet. Die Armenbetreuung endete im Jahre 1977.

Das älteste Haus in der Glockengießerstraße findet man in der Nr. 87. Es handelt sich um den „Hagen“, eine weitere Kurie des Goslarer Domstifts, die um 1503 unter Verwendung einer steinernen romanischen Kemenate erbaut wurde. Diese ist an der Nordostecke des Gebäudes noch zu erkennen. Heute befindet sich darin ein Gästehaus. Die Eulenburg, eine ehemalige Domstiftskurie von 1560, ist an der Ecke Dorothea-Borchers-Straße immer noch erhalten. An der Ecke Königstraße befand sich früher eine Domkurie, danach lange Zeit die Borcherschen Chemiewerke. Heute steht auf dem Grundstück die Kaiserpfalzschule.

Im unteren Bereich zwischen Korn- und Kötherstraße findet man als Straßenbelag zunächst Asphalt, dann altes Kopfsteinpflaster, und im oberen Bereich bis zur Wallstraße ist sie wieder vollständig asphaltiert. Dem Interessierten wird in der Glockengießerstraße noch viel fachwerkliche Baukunst geboten. Ab der Kötherstraße prägen dann jedoch mehr und mehr Häuser neueren Ursprungs das Straßenbild.

Quellen:
Griep, Hans-Günther; Karten „Goslar um 1200“, „Goslar um 1500“, „Goslar um 1800“
Kapp, Maria; Das St. Annenhaus in Goslar, Stadt Goslar, 1993
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Der Hohe Weg verläuft zwischen der Marktstraße und dem Kaiserbleek. Er ist bereits auf der 2006 von Griep gezeichneten Karte „Goslar um 1200“ dargestellt. Der Hohe Weg liegt im Pfalzbezirk.

Er erhielt seinen Namen, weil dieser Weg aufgeschüttet wurde, um ihn als Hauptzufahrtsstrecke zur Pfalz zu nutzen. Außerdem führte diese Straße durch sumpfiges Gebiet, den sogenannten wiwarium regis (Königsweiher). Im 13. Jahrhundert erfolgte eine umfangreiche Entwässerung. Die Westgose wurde beseitigt und der Weiher trockengelegt. Der Hohe Weg war im Mittelalter wesentlich schmaler als heute; vielleicht um zu verhindern, dass der Herrscher mit großem Gefolge durch diesen Bereich vor der Pfalz ziehen konnte. Dieser war für die Bürgerschaft mit einem besonderen Recht versehen, hier standen auch die wichtigsten Patrizierhäuser.

Im Pfalzbezirk wohnten einige Adelsgeschlechter. Nach Ende der Kaiserzeit wurden die Ritterkurien (Wohnstätten der Ritter) im Laufe der Zeit verändert und abgebrochen. Nur eine Kemenate (massives Steinhaus mit Unterkellerung) ist noch erhalten, weil sie 1254 zur Gründung des Hospitals Großes Heiliges Kreuz verwendet wurde.

Ein weiteres Gebäude am Hohen Weg ist das Brusttuch, 1521 von Magister Tilling erbaut und 1526 im Obergeschoss reich verziert worden. Am Hohen Weg befindet sich auch die gleichnamige Realschule. Früher war sie eine reine Knabenschule. Heute haben selbstverständlich auch Mädchen Zugang. An dem Gebäude befindet sich eine Statue, welche die „Goslaria“ darstellt. Diese Figur ist nach Helena de Goslaria, der Ehefrau des Goslarer Reichvogts Volkmar de Goslaria, benannt. Sie waren in gehobener Stellung Mitglieder im kaiserlichen Gefolge. Die Eheleute gründeten die Stiftung Neuwerk. Beide sind in der Neuwerkskirche als Standbild zu sehen.

Quellen:

Frölich, Karl; Die Goslarer Straßennamen;
Griep, Hans-Günther; Karte „Goslar um 1200“
Griep, Hans-Günther; Goslar- Der Pfalzbezirk
Griep, Hans-Günther; Goslar- Der Marktbezirk
Griep, Hans-Günther; Der Landkreis Goslar, seine Städte und Dörfer
Auberg, Günther, Rundwege Goslar
Roseneck, Reinhard (Hrsg.); Der Rammelsberg, Tausend Jahre Mensch-Natur-Technik, Band 2 S. 436
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Die Geschichte der Gose

Das Harzer Urbier Gose stammt aus Goslar und trägt den gleichen Namen wie das Flüsschen, nachdem auch die Kaiserstadt benannt ist (Gose, lar = Lager an der Gose). Die ehemals freie Reichstadt Goslar war schon im Mittelalter für Ihr gutes Bier, die ”Goslarische Gose”, berühmt. Die Legende besagt, dass bereits König Otto III. im Jahre 995 die Gose getrunken und sehr gelobt haben soll. Dokumentiert findet sich ein Rechtsstreit aus dem Jahre 1397, bei dem der Bischof von Hildesheim in einem Streitfall für die Goslarer vermittelte, woraufhin die Goslarer Recht bekamen. Als Dank schickte der Rat der Stadt Goslar dem Bischof ein Faß Gosebier!

Wegen Ihres guten Geschmacks eroberte die Gose bald den ganzen Harz. Sie avancierte zum Exportschlager und wurde im 14. Jh. sogar bis nach Hamburg transportiert. Nachdem die Stadt Goslar 1552 die Rechte am Rammelsberger Bergbau an das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel verlor, kam der Magistrat der damals freien Reichsstadt auf die Idee, den Bierexport als Ersatzwirtschaft zu fördern. So vergab die Stadt nach und nach bis zu 380 ”Braugerechtsame”, d. h. das Recht, Bier herzustellen.

Gebraut wurde die Gose in früheren Zeiten nach dem Prinzip der ”Spontan-Gärung”: nach dem Herstellen der Maische lagerte diese in offenen Gärbottichen in den Kellern der damaligen Brauhäuser. Gelangten zufällig Bierhefebakterien von den feuchten Decken und Wänden der Kellergewölbe in die Kessel, konnte der Sud zu Bier gären. Blieben die Hefebakterien aus entstand Essigsäure, die hinter den Brauhäusern weiterverarbeitet wurde. Um 1800 war es andernorts gelungen, die Bierhefe gezielt zu vermehren und bei der Bierherstellung einzusetzen. Die Biere wurden dadurch besser. In Goslar aber blieb man bei der alten Brauart der Spontan-Gärung. So ging die Gosebrauerei zurück und kam um 1840 ganz zum Erliegen.



Erst 1935 wurde die Gose für kurze Zeit von der Brauerei Fritz Natermann in Goslar wiederbelebt. Von 1993 bis 2004 nahm der Braumeister Andreas Wagenführer mit dem Gosebrauhaus Goslar-Oker mit entsprechender neuzeitlicher Produktionsart die alte Tradition des Gose-Bieres wieder auf, bis im April 2004 der Braumeister Odin Paul mit dem Brauhaus Goslar die Herstellung des Harzer Urbieres übernahm.

Wussten Sie eigentlich schon: So wie das ”Kölsch” aus Köln ist auch die ”Gose” aus Goslar nicht nur der Name des Bieres, sondern sogar eine ganz eigene Biersorte. Die Gose ist ein obergäriges Weizenbier, das aus obergäriger Hefe hergestellt wird. Den Geschmack kann man als ”malzig mit einer leichten Hopfennote” beschreiben und ist bei Pils- und Weizenbiertrinkern gleichermaßen beliebt.

Es gibt in ganz Deutschland nur drei Städte (Goslar = Gose, Leipzig = Leipziger Gose, Köln = Kölsch), die sich rühmen dürfen, ihre eigene Biersorte zu haben. Und Goslar ist eine davon!

Die Bierspezialität Gose stammt – wie der Name schon erahnen lässt – ursprünglich aus Goslar. Es handelt sich dabei um ein obergäriges Bier, das dem Zusatz von Kochsalz und Koriander und einem hohen Anteil an biologischer Milchsäure seinen besonderen Geschmack und das typische Prickeln verdankt. Es ist ein Bier, das somit nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht, als Exot aber die Durchsetzung dieses „Einheitsgebotes“ überlebt hat, während viele andere Biere in Vergessenheit gerieten.
Gose gehört zu den ältesten Biersorten der Welt. Der Legende nach soll bereits Kaiser Otto III. im Jahr 996 die Gose gelobt haben. Die derzeit älteste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1332, genau vom 27. März. Damals verpflichtete sich das Kloster Ilsenburg, seinen Gönnern, den Grafen zu Wernigerode, u.a. Gose „oder ein anderes gutes Bier“ zu liefern. Daraus lässt sich schließen, dass die Gose bereits im 14. Jahrhundert vielen Menschen schmeckte und ein Goslarer „Exportschlager“ war. So bezog die Stadt Hamburg zwischen 1350 und 1400 regelmäßig Gose aus Goslar. An seinem Ursprungsort selbst wurde das Bier jedoch erst im Jahr 1470 erwähnt.
Weil die Gose so gut schmeckte, fanden sich schnell Nachahmer, die die Goslarer Spezialität ebenfalls brauten. Das Bier ging auf Wanderschaft gen Osten. Die historischen Forschungen stehen hier erst am Anfang, doch in einigen Städten konnte das Gosebrauen bereits zuverlässig nachgewiesen werden, so in Blankenburg/Harz, in Quedlinburg, in Halberstadt. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war die ganze Harzregion vom „Gosefieber“ erfasst. Der Dreißigjährige Krieg machte dieser Blütezeit jedoch ein Ende.
Die Gose verschwand deshalb noch lange nicht. Nach den Wirren des 17. Jahrhunderts verlegte sich ihr Schwerpunkt nach Anhalt. Die anhaltischen Fürstenhäuser in Dessau und Köthen erkannten, dass mit dem Brauen von Gose gutes Geld zu verdienen ist. So entstanden in Glauzig, Sandersleben und Wiendorf Gosebrauereien, die bald die ganze Gegend mit dem begehrten Bier versorgten. Nach der Legende tat sich vor allem der als „Alter Dessauer“ bekannte Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau als Förderer der Gose hervor, er soll es auch gewesen sein, der im Jahr 1738 die Gose nach Leipzig brachte. Ob es wirklich so gewesen ist, kann nicht mehr ermittelt werden.
In Leipzig traf die Gose auf besondere Begeisterung. Daran konnte auch die napoleonische Zeit nichts ändern, als hohe Zölle und die Unwägbarkeiten des Transports die anhaltischen Gosebrauereien ruinierten. Schon kurze Zeit später eröffnete in Döllnitz bei Halle eine neue Gosebrauerei ihre Pforten, deren Gebräu reißenden Absatz fand. Auch in Leipzig selbst stieg mancher Brauereibesitzer auf das obergärige Bier um. Um 1900 war die Gose das meistgetrunkene Bier der Messestadt und Gegenstand unzähliger Feste, Gedichte, Lieder und Histörchen. Leipzig warb als „Gosestadt“ um Besucher, und das in einer Zeit, als andernorts – ob Dessau, Nordhausen oder Bernburg – das Brauen von Gose wieder eingeschlafen war. Selbst in der Geburtstadt Goslar geriet die Bierspezialität in Vergessenheit.
Das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, Krisen und Diktaturen machte der Leipziger Gose fast den Garaus. Erst kamen die Bombenschäden des zweiten Weltkriegs, dann die schwere Nachkriegszeit, dann die Mangelwirtschaft der DDR. Manchem schmeckte die alte Gose nicht mehr, der ständige Mangel an Kapazitäten tat ein Übriges, auch fehlte es am Interesse für den Bierexoten. Ende der 50er Jahre wurde die Gose zum letzten Mal ausgeschänkt. Doch die Leipziger vergaßen ihr „Nationalgetränk“ nicht. Noch vor der Wende – im Jahre 1985 – ließ Lothar Goldhahn die Gose wieder aufleben, und seit der Wende erlebt sie eine Renaissance in der Messestadt. Nicht zuletzt durch die Eröffnung der Gasthaus & Gosebrauerei Bayerischer Bahnhof im Jahr 2000.
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